Nach den ‚Grossstadt-Tagen‘ in Cuenca führte uns die nächste Etappe in die relative Abgeschiedenheit des Cajas Nationalparks. Gleich am Ankunftstag wollten wir nach dem Mittagessen eine erste kurze und leichte Wanderung unter die Füsse nehmen, um dann am folgenden Tag eine etwas längere und anspruchsvollere anzuhängen.
Von der Unterkunft fuhren wir zum Parkeingang, registrierten uns und los gings. Gleich von Anfang an eingepackt in Regenhosen und -jacken. Denn trotz der umwerfenden Schönheit dieser Landschaft, die mit Bergseelein und Bächen nur so gespickt ist, hingen die Wolken tief und entliessen schon feine Tröpfchen. Bald merkten wir, dass die ca. 6km lange Wanderung nicht so einfach werden würde. Wir wanderten schon wieder auf 4000m Höhe. Die kurzen Anstiege liessen uns sofort wieder vermehrt nach Luft schnappen und verlangsamten uns sehr. Dazu kam immer stärkerer Regen, der auch die Temperaturen sinken liess. So wurde aus der einfachen Wanderung doch eine 3.5 stündige Regen- und Kälteübung (obwohl wir lange Unterwäsche etc. trugen). Immerhin blieben die Füsse trocken. Dennoch: die Wanderung war wunderschön – wie muss die denn bei Sonnenschein und blauem Himmel sein??
Wir liefen durch einige Polylepis-Wälder. Diese Bäume können die höchsten Höhenlagen aller Bäume erklimmen und fallen durch ihre rötliche Farbe, die Formen ihrer Stämme und die sich abblätternde Rinde aus. Auf Deutsch heisst der Baum denn auch Papierbaum.



Heute wäre dann die zweite, längere Wanderung auf dem Programm gestanden. Trotz Erholung im zimmereigenen Jacuzzi, liessen wir es ruhiger angehen. So wanderten wir an zwei Stellen bei deutlich besserem und dauernd trockenem Wetter in wiederum berauschender Umgebung. Auf dem Weg stiesse. Wir auf eine Gruppe von fünf Kanadiern und Amerikanern, die in – ja genau, Cuenca! – wohnen. Sie empfahlen uns ein Restaurant am Weg, das hier wie alle Forelle feilbietet. Lecker und in uriger Umgebung.

